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Review: Mists of Everness

Mists of Everness
 
Autor: John C Wright
Jahr:
ISBN:0765313332 (engl.)

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Wertung: 6 von 7 Mythologie trifft die moderne Welt, ein (fast perfekter) Mix, sehr poetisch erzählt.


Dies ist der zweite Teil der Everness Saga, die mit Last Guardian of Everness begonnen wurde. Die dunklen Mächte, angeführt von Azrael, gewinnen langsam die Übermacht. Wendy ist in einem fernen Land ohne jegliche Erinnerung an ihre Vergangenheit und Galen ist verschollen. Raven macht sich auf den Weg, um seine Frau zu befreien und seinen Fehler wiedergutzumachen. Die Talismane leisten weiterhin gute Dienste, aber der Kampf gegen die Selkies und Azrael ist nicht leicht. Und als sich alles dem Ende zu neigen scheint, wird eine weitaus größere Gefahr offenbar: Acheron steigt aus den Tiefen des Ozeans...

Wer den ersten Teil mochte, wird mit den zweiten Teil ebenfalls sehr zufrieden sein. Wieder zieht einem die poetische Sprache von John C Wright in die geheimnisvolle Welt von Everness. Die Handlung ist etwas straffer, was dem Buch zu Gute kommt. Die Monster und Kreaturen der Traumwelt sind gewaltig und man muss seine ganze Fantasie anstrengen, um die Bilder vor seinen Augen entstehen zu lassen. Danach möchte man sie fast wieder schließen, so real und unheimlich sind sie. Auf der anderen Seite haben wir die Menschen, die die jetzige Welt verteidigen: der jungenhaften Galen, der manchmal mit Ungestüm über das Ziel hinausschießt; Wendy, die mit ihrer Unbekümmertheit alles hinterfragt; Raven, geplagt von einem dunklen Geheimnis; Lemur, der aktuelle Wächter mit viel Geduld und Weisheit; Peter, Lemurs Sohn und Galens Vater, der sich zu seinem Erbe bekennt und auf dem Schlachtfeld gut gebraucht werden kann.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die Fülle von mythologischen Namen manchmal erdrückend wirkt. Ohne ein entsprechendes Lexikon wird einem die eine oder andere Anspielung entgehen, was das Gefühl zurücklässt, dass man zu dumm für das Buch ist (um es mal krass auszudücken). Deswegen mein Tipp: nicht überlesen sondern nachschlagen!

Dem ersten Teil habe ich 4 Sterne gegeben und mehr hätte dieser Teil auch nicht bekommen, wenn nicht der großartige Schluss gewesen wäre. Hier wird deutlich, dass das Herz von John C Wright für Ingenieure und Erfinder schlägt (siehe auch Phaeton in Golden Age) und dass er, wie bereits in der Golden Age Trilogie, bestimmte Werte hat und und dafür eintritt. Was ist die Rolle des Menschen wenn er doch nur ein Spielball höherer Mächte ist? Was bedeutet Freiheit? Was ist Schicksal? Was ist Hoffnung? Mit diesen Fragen wird die Brücke zum eigenen, persönlichen Leben geschlagen und das auf eine Art und Weise, die man dem Autoren hoch anrechnen muss.

Wer Last Guardian of Everness mochte wird sicherlich nicht lange warten und das Buch sofort bestellen / kaufen - und er wird es nicht bereuen! Es fehlt etwas der Humor aus dem ersten Teil, dafür bekommt Galen mehr Leben und ist nicht der unfehlbare Held, der er fast hätte sein können. Ein frischer Wind im Fantasy Lager, der nicht jedem gefallen wird, aber mit dem John C Wright einmal mehr seine Klasse beweist. Ich bin gespannt, was als nächstes kommt - der nächste Fantasy Zweiteiler steht bereits in den Startlöchern, der erste Teil ist im Herbst 2005 als Hardcover verfügbar!

Juni 2005

Seite zuletzt geändert am 31.December 2007, um 11:34