Willkommen >> Buchkritiken >> NachTitel

Review: Book of the New Sun 2: Sword and Citadel

Book of the New Sun 2: Sword and Citadel
 
Autor: Gene Wolfe
Jahr:
ISBN:9781857987003 (engl.)
no starno starno starno starno starno starno star

Wertung 7 von 7 Das Ende einer großartigen Tetralogie


Severian setzt seine Reise, die er in den ersten beiden Bänden begonnen hat, fort. Der letzte Teil schließlich fügt alles zusammen und macht am Ende einen großen Schritt zurück um die Ereignisse neu einzuordnen. Von einer genaueren Beschreibung der Handlung sehe ich einmal ab, zum einen würde sie einiges verraten was der Leser selber herausfinden sollte, und zum anderen würde sie der Komplexität nicht gerecht werden. Besonders bemerkenswert ist, dass das Buch echte SF ist. Für die betörenden Fantasy Einflüsse gibt es natürliche Erklärungen, wenn auch manchmal sehr versteckt und an unerwarteten Stellen. Mit jedem weiteren Lesen kann man neue Zusammenhänge erkennen und Ereignisse, die sich nicht einordnen ließen, ergeben einen Sinn. An den Puzzle hat man einige Zeit zu knabbern, denn Gene Wolfe wäre nicht Gene Wolfe, wenn er alles bis ins letzte Detail erklären würde. Robert Borskis Buch Solar Labyrinth kann hier weiterhelfen.

Ein unterhaltsames Element, dass sich in jedem der 4 Teile findet, sind die eingebetteten Geschichten. Die eigentliche Handlung nimmt dadurch zwar eine kurze Auszeit, aber sie sind sehr interessant erzählt und verraten einiges über die Menschen und über die Welt, in der Severian aktuell lebt. Im letzten Teil z.B. trifft Severian auf ein Volk, dass nur die wahren Worte aus einem Buch sprechen darf. Auf den ersten Blick scheint damit keine vernünftige Kommunikation möglich zu sein - und tatsächlich erscheint vielen Gefährten das Gerede nur Gebrabbel zu sein - aber im richtigen Kontext lassen sich Informationen und Emotionen genauso gut ausdrücken wie in jeder anderen Sprache.

Ich muss gestehen dass ich nach dem 3. Teil (erste Hälfte dieser Sammlung) eine längere Pause einlegen musste. Der reiche, prosaische Stil von Gene Wolfe ist zwar meisterhaft, erfordert aber einige Anstrengung. Um in die Serie tiefer eintauchen zu können, muss man sie mindestens noch ein zweites Mal lesen. Bei einem Tempo von ca. 30 Seiten pro Tag bedeutet das aber 40 Tage, die ich lieber für andere Bücher spendiere, die ich noch nicht kenne.

Die Tetralogie Book of the New Sun hat sich an die Spitze meiner Alltime Hitliste katapultiert. Hier stimmt einfach alles, die Spekulationen gehen weit über das gewohnte hinaus und belohnen den aufmerksamen Leser reichhaltig. Sehr empfehlenswert!

Mai 2008

<< Wächter des Zwielichts? | Kritiken chronologisch | Non-Stop >>

Seite zuletzt geändert am 27.May 2008, um 10:49