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Review: Die Verschmelzung

Die Verschmelzung
 
Autor: Justina Robson
Jahr:
ISBN:3404243358 (dt.)

Erkundung und Kolonien * Biologie, Umwelt und schillernde Welten * Technologien und Artifakte * Mutanten, Symbionten und Übermenschen

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Wertung: 3 von 7 Je politischer das Buch wird, umso weniger hat es mir gegeben. Die Handlungsstränge werden nur unbefriedigend zu Ende geführt.


Isol ist eine Angepasste. Sie wurde aus menschlichen Genen herangezüchtet, ihr Körper dagegen wurde angepasst um den feindlichen Einflüssen des Weltraums standzuhalten. Als lebendes Raumschiff fliegt sie zu ihrem Ziel, doch ein Meteoritenschwarm wird ihr zum Verhängnis. Dem Tode nah hat sie Kontakt mit dem Stoff und verfügt plötzlich über ungeahnte Möglichkeiten. Zurück auf der Erde versucht sie, den anderen Angepassten einen Planeten anzubieten, auf dem sie alle neu beginnen können, fernab von den unangepassten normalen Menschen. Das gefällt der Regierung gar nicht und sie versucht mit aller Macht, hinter das Geheimnis von Isol und dem Stoff zu kommen.

Bei Isol läuft es aber auch nicht ganz nach Plan und der Ursprung des Stoffes hängt wie ein Damoklesschwert über sie. Was für einen Preis muss sie für ihre neuen Fähigkeiten bezahlen?

Die Verschmelzung hätte das Potential für einen richtig guten SF Roman. Der Beginn ist poetisch und sehr stimmungsvoll. Die Idee mit den Angepassten, die zwar fremdartig sind aber noch menschliche Züge durch ihr genetisches Erbe haben, ist hervorragend umgesetzt worden. Der etwas holprige Stil stört anfangs nicht, für ein gutes Buch kämpft man sich als Leser auch gerne einmal durch. Mit der Einführung von Zephyr, einer Professorin für alte Geschichte, wird die Geschichte lebendiger und die Handlung kommt langsam in Fahrt.

Leider war für mich ungefähr in der Mitte die Luft raus. Immer mehr treten die politischen Verhältnisse in den Vordergrund wobei unklar bleibt, wieso Isol plötzlich eine Revolutionärin wird und die Angepassten einen eigenen Planeten brauchen. Geniale Ideen wie die beiden riesigen Terraformer oder der "Stock" werden kurz angerissen und später fallengelassen. Spannend wird es noch einmal, als das Geheimnis um den "Stoff" aufgeklärt wird, aber insgesamt ist das Ende sehr abrupt und unbefriedigend.

Schade, hier wird viel verschenkt. Justina Robsons größter Fehler ist, dass sich die Einzelteile nicht zu einem homogenen Ganzen verbinden - es wird viel angerissen und wenig zu Ende geführt, weniger wäre hier mehr gewesen.

April 2005

Seite zuletzt geändert am 31.December 2007, um 10:54