Willkommen >> Buchkritiken >> NachTitel

Review: The Last Guardian of Everness

The Last Guardian of Everness
 
Autor: John C Wright
Jahr:
ISBN:0312848714 (engl.)

starstarstarstarstarstarstar

Wertung: 5 von 7 Schwacher Beginn und zuviele mythologische Referenzen, aber klasse geschrieben und erfrischend anders


John C Wright wechselt das Genre und schreibt nach seiner faszinierenden Science Fiction Trilogie The Golden Age einen Fantasy Roman. Genaugenommen ist es der erste Teil von The War of the Dreaming und es ist eines der wenigen Bücher, dass ich mir als Hardcover gekauft habe.

Die Hardcover Ausgabe ist sehr schön gestaltet, das Titelbild fällt sofort ins Auge und die benutzen Schriften geben dem Leser das Gefühl, etwas besonderes in den Händen zu halten.

Die Handlung spielt in unserer Zeit. Das Haus Everness dient als Tor zur Traumwelt und Galen Waylock wacht zusammen mit seinem Großvater darüber, dass nichts passiert. Eines Nachts hört Galen die Glocke läuten - der Ruf, auf den Generationen seiner Familie gewartet haben. Er macht sich auf den Weg in die Traumwelt, wird aber betrogen und muss auf Hilfe von anderen hoffen. Er trifft Wendy, ein zierliches Mädchen dass leicht verrückt ist und unglaubliche Geschichten erzäht. Sie ist zusammen mit dem Krankenwärter Raven, der mit seinem Vater aus dem Kaukasus gekommen ist. Er ist ein Riese von Gestalt und liebt Wendy von ganzem Herzen. Beide werden eine wichtige Rolle spielen im Kampf gegen die unheimlichen Wesen aus der Traumwelt...

Es ist gar nicht so einfach, die Handlung zusammenzufassen. John C Wright gelingt es, eine Verbindung zwischen verschiedenen Mythen zu schaffen und sie in die Welt zu integrieren, wie wir sie kennen. Das Wandern in der Traumwelt nimmt Bezug auf lucid dreaming, ein Zustand, in dem man träumt, aber weiß, dass man träumt und bewusste Entscheidungen treffen kann. Auf den ersten 50 Seiten strömt fast zuviel auf den Leser ein, Galen erlebt ein Abenteuer nach dem anderen ohne dass man einen Bezug zu ihm bekommt. Richtig spannend wird es, als Azrael in unsere Welt kommt und sie mit seinen Augen sieht. Überall erwarten ihn kleine Wunder und beim Lesen der Beschreibungen lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. So muss ein "Zauberer" die moderne Welt erleben! Gerade der Gegensatz der beiden Welten macht das Buch so reizvoll, die Menschen glauben nicht mehr an ihre Träume und an die Legenden, was sich vielleicht rächen könnte. Auf der anderen Seite gibt es mächtige, gottgleiche Wesen, furchterregende "Storm Lords" und viele weitere Kreaturen, deren Ziele und Beziehung zueinander lange unklar bleibt.

Der Schreibstil ist kraftvoll und poetisch, immer wieder sind kleine Verse eingeflochten oder es wird in Reimen gesprochen:

Ware the toll of a single ring
Night-mare her single rider will bring
Woe if twice the great bell tolls
For fire-giants and fell frost trolls
Storm-princes rise at the sound of three
The fourth ring brings the plague Kelpie
Five for Selkie, Six for Hate
Seven for Doom, Death for Eight
And if the toll sounds nine withal
Wake the Sleepers; Nine worlds fall.

Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet und erleben die verschiedensten Höhen und Tiefen. Nichts ist geradlinig und schnell erfährt man, dass die Magie ein zweischneidiges Schwert ist.

Leider endet das Buch auf dem Höhepunkt der ersten Schlacht, der Nachfolgeband Mists of Everness erscheint erst im März 2005.

Fantasy Fans, die das Geld für die Hardcover Ausgabe haben und in eine etwas andere Welt eintauchen wollen, müssen zuschlagen. Einen Stern Abzug gibt es für einige chaotische Abschnitte und den zähen Beginn, aber trotz dieser leichten Kritik bleibt das Buch sehr empfehlenswert.

Dezember 2004

Seite zuletzt geändert am 31.December 2007, um 10:05