Willkommen >> Buchkritiken >> NachTitel

Review: The Golden Transcedence

The Golden Transcedence
 
Autor: John C Wright
Jahr:
ISBN:0765349086 (engl.)

starstarstarstarstarstarstar

Wertung: 4 von 7 Starker Beginn aber dann wird der Holzhammer herausgeholt, um die Ideen zu verteilen.


Dies ist der letzte Teil der Golden Age Saga und es ist das eingetreten, was ich befürchtet habe. John C. Wright schafft es nicht, den hohen Standard der beiden Vorgänger zu halten.

Der zweite Teil, Phoenix Exultant, endete mit einem dicken Cliffhänger, der jetzt aufgelöst wird. Die endgültige Entscheidung fällt dabei während der Transcedence, einem Ereignis bei dem die Bewusstseine aller Menschen und KIs kurzzeitig miteinander verschmelzen. Dadurch erhält jeder Einsichten in die Persönlichkeit und Motive seiner Mitmenschen und die geballte Rechenkraft ermöglicht, Blicke in die Zukunft zu werfen.

Die erste Hälfte hat mir sehr gut gefallen obwohl nicht viel passiert. Die Diskussionen zwischen Phaeton und seinen Freunden und Feinden sind interessant und hängen ständig in der Schwebe. Jedes neue Argument ruft neue Zweifel hervor und macht die Schwierigkeit der Problematik deutlich: was bedeutet es ein Mensch zu sein? Kann das Universum irreal sein? Welche Ziele verfolgen die KIs? ...

Wer mit philosophischen Gesprächen nicht viel anfangen kann, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden denn in diesem Stil geht es größtenteils weiter. Zwischendurch gibt es immer wieder kraftvoll beschriebene Passagen, die bei mir aber nicht mehr den gleichen Eindruck hinterlassen haben wie in den Vorgängerbänden. Es fehlt die Abwechslung und über weite Strecken wirkt das Buch leblos.

In der zweiten Hälfte passiert gar nichts mehr, stattdessen werden die Eindrücke der Menschen und KIs während und nach der Transcendence interpretiert. Diese Kapitel habe ich nur noch überflogen weil ich ausführliche Gedankenspiele lieber selber mache anstatt sie mir "vordenken" zu lassen. Für mich sollte ein Autor Denkanstöße geben und den Leser in ungewohnte Gewässer locken, aber nicht alles bis ins letzte Detail erklären solange es nicht der Handlung dient.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die Golden Age Trilogie in den ersten 2,5 Bänden das beeindruckendste ist, was ich in der letzten Zeit gelesen habe. Der Ideenreichtum ist überwältigend und die Zukunftsvision für jeden SF Fan faszinierend.

Der Schluss fällt stark ab, anscheinend hat sich Lustlosigkeit beim Autor breitgemacht oder er wurde von seinem Verlag gedrängt, den Band zu beenden. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Bücher von John C. Wright, in den Startlöchern steht bereits ein Fantasyroman der mit den Mythologien spielt: Last Guardian of Everness.

Seite zuletzt geändert am 31.December 2007, um 09:49