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Review: Lest Darkness Fall

Lest Darkness Fall
 
Autor: L Sprague de Camp
Jahr:
ISBN:0345241398 (engl.)
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Wertung 5 von 7 Zeitreiseklassiker, dem zum Schluss etwas die Luft ausgeht


Der amerikanische Archäologe Martin Padway besucht gerade Rom, als er plötzlich zurück ins Jahr 535 transportiert wird. Nachdem er anfangs an seinem Geisteszustand zweifelt, wird ihm schnell klar, dass er sich tatsächlich in der Vergangenheit befindet. Mit seinen rudimentären Lateinkenntnissen überlebt er die ersten Tage. Gestrandet im 6. Jahrhundert stellt sich ihm schnell die Frage, ob es möglich ist, den Anbruch des dunklen Zeitalters ohne jeglichen wissenschaftlichen Fortschritt zu verhindern. Der Preis dafür ist hoch - er wird nie wieder in seine eigene Zeit zurückkehren können, denn Veränderungen in der Vergangenheit bewirken neue Äste jenseits seines alten Lebens...

Ich war etwas überrascht von der Entwicklung der Geschichte. Das einzige SF-hafte ist die Reise in die Vergangenheit und der Hauptprotagonist Martin Padway, der sich mit seinem Wissen in der Welt von damals zurechtfinden muss. L Sprague de Camp schreibt sehr flüssig und man schließt Martin schnell ins Herz. Der etwas schrullige Archäologe weiß, wie er zu Geld kommen kann, und schließt dabei seltsame Freundschaften. Thomasus, der Syrier zum Beispiel fleht fortlaufend Gott um Hilfe an, nutzt aber sich ihm bietende Vorteile. Die Eigenarten und Marotten, geprägt durch die Zeit, in der die Geschichte spielt, machen jeden Charakter einzigartig und lassen die Vergangenheit lebendig werden. Wobei ich bezweifle, dass irgendjemand freiwillig ausgerechnet ins 6. Jahrhundert zurückreisen möchte.

Martin Padway liegt nicht auf der faulen Haut sondern beginnt, einige nützliche Erfindungen vorwegzunehmen. Er möchte um jeden Preis den Fall des Römischen Reiches ins Chaos verhindern und hat dafür interessante Ideen und auch das nötige Geschick. Nicht alles gelingt, aber genug, um die Welt zu verändern.

Ungefähr ab der Mitte verliert das Buch für mich teilweise seinen Zauber. Martin Padway ist ein richtiger Tausendsassa, der sogar eine Druckpresse bauen kann. Diese Genialität stört auf Dauer etwas, aber L Sprague de Camp schafft zumindest noch den Bogen und wirft seinen Protagonisten in das gefährliche politische Leben, dass seine eigenen Regeln hat. Überaus amüsant ist dabei die Beziehung zu Mathaswentha, einer sehr eigenwilligen und rachsüchtigen Frau.

Fazit: eine kurzweilige Zeitreisegeschichte mit viel verstecktem Humor. Der Schluss ist etwas blass, ansonsten ein lesenswerter Roman.

August 2007

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