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Review: Coruum Volume II

Coruum Volume II
 
Autor: Michael R Baier
Jahr:
ISBN:3000197249 (dt.)

Motive: Erkundung und Kolonien * Galaktische Imperien * Kriegsführung und Waffensysteme * Technologien und Artifakte

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Wertung 5 von 7 starke Fortsetzung mit viel Potential


Ihr erinnert euch noch an Teil 1? Gut, denn die Geschicht wird in Volume II nahtlos fortgesetzt. Es braut sich was zusammen im Roten Nebel. Wissenschaftler der 7 Königreiche haben entdeckt, dass sich durch die bisher benutzten Sprungtore gewaltige Potentialladungen gebildet haben, die das gesamte Leben in der Galaxie auslöschen könnten. Ihr Gegenspieler, das "Zentrum", glaubt dem kein Wort, entführt aber trotzdem vorsorglich den genialen Wissenschaftler Hud, um aus ihm die Geheimnisse der letzten Entwicklungen herauszupressen. Die Kirche in den "Nebelwelten", die dritte Macht im Roten Nebel, nutzt die Gunst der Stunde um die eigene Machtposition zu stärken.

Währenddessen untersuchen die Wissenschaftler auf der Erde immer noch das außerirdische Artifakt. Schnell müssen sie erkennen, dass sie nur Spielball zwischen dem Zentrum und den 7 Königreichen sind und dass beide ihnen technologisch weit überlegen sind. Der von Ruthpark losgesendete Funkspruch hat viel Wirbel ausgelöst, scheint er doch eine Verbindung zum legendären, verschollen gegangenen König Harkrow zu sein. Und das ist nicht der einzige Hinweis, in der Nähe vom Mond wird man ebenfalls fündig und gelangt auf die Spur eines unglaublichen Geheimnisses...

Michael R Baier ist eine starke Fortsetzung seiner Space Opera gelungen. Der Einstieg ist etwas beschwerlich wenn man Teil 1 nicht mehr im Hinterkopf haben sollte, aber schnell nimmt die Geschichte Fahrt auf. Die drei Mächte im Roten Nebel - das "Zentrum", die "7 Königreiche" und die "Nebelwelten" - bilden ein interessante Konstellation. Jeder verfolgt eigene Ziele auf eingene Art und Weise. Besonders die Kirche aus den Nebelwelten nimmt eine besondere Position ein und scheint der Schlüssel zu einem der vielen Geheimnisse zu sein. Die für die SF so typischen Ideen werden fast nebenbei eingeworfen: Sprungtore, Nanotechnologie, super-moderne Kampfanzüge, galaxis-weit operierende Handelsgilden, Reinkarnation oder lebensfeindliche Planeten. Kapitel für Kapitel verdichtet sich das Bild und man erkennt als Leser die Zusammenhänge. Im Kontrast dazu stehen die Bewohner der Erde, die sich immer noch von den Geschehnissen erholen müssen und langsam erkennen, dass sie ungewollt zwischen zwei Fronten geraten sind.

Bei dem kunstvoll konstruierten Hintergrund bleibt es nicht. Habe ich mich nach Teil 1 noch geärgert, dass es nur Andeutungen gibt und keines der Geheimnisse auch nur ansatzweise gelöst wird, wird hier aus dem Vollen geschöpft. Besonders begeistert hat mich der Schluss, der Andeutungen auf ein noch viel größeres Geheimnis gibt!

Viel Sorgfalt wird wieder auf die Beschreibung der Charaktere gelegt. Aus der Ich-Perspektive erleben wir die Ereignisse drei verschiedenen Leuten. Donavon ist der schottische Sprachwissenschaftler, der bei der Öffnung des Depots dabei war und wieder dahin zurückkehrt. Durch ihn erleben wir die Verwicklungen auf der Erde. Seine Beziehungen machen es ihm leicht, die notwendigen Fäden zu ziehen. Keleeze von den 7 Königreichen war auf dem Weg zur Erde um den Funkspruch vom Depot weiter zu untersuchen. Von seinem König Torkrage Treerose erhält er nicht nur Rückendeckung, sondern auch viele nützliche Informationen. Er gerät in Konflikt mit Ashia vom Zentrum, die bei ihren eigenen Leuten in Ungnade gefallen ist und auf eigene Faust versucht, wieder Anerkennung zu gewinnen. Die Wege der beiden werden sich öfter kreuzen.

Ashia hat mir besonders gut gefallen. Sie erlebt die verschiedensten Höhen und Tiefen und, im Gegensatz zu Donavon oder Keleeze, hat sie keine Asse im Ärmel, um sich aus Situationen retten zu können. Sie ist sympathisch und hebt sich wohltuend ab von ihrer Umgebung.

Eine Marotte aus Teil 1 hat Michael R Baier nicht ablegen können (vielleicht gehört das aber auch zu seinem Stil): die Perspektive wechselt sehr häufig zwischen unterschiedlichen Personen. In Volume II sind es mittlerweile 18 (!), was ich für leicht übertrieben halte. Ein kleine Analyse gibt es im Essay Coruum Teil 2. Weniger wäre mehr gewesen und hätten den Roman etwas gestrafft und noch atemloser gemacht.

Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Mit der Fortsetzung von Coruum zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise, wieviel Spaß eine Space-Opera aus deutschem Lande machen kann. Vom Setting über die Personen bis hin zur Handlung passt alles hervorragend zusammen. Ich bin gespannt auf Teil 3!

Dezember 2006

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Seite zuletzt geändert am 23.December 2006, um 00:14